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Lohnt sich die private Krankenversicherung noch?

 

Ob sich der Eintritt in die private Krankenversicherung lohnt, hängt von einer ganzen Reihe unterschiedlicher Faktoren ab. Grundsätzlich gibt es einen großen Unterschied bei der Berechnung der monatlichen Beiträge zwischen der gesetzlichen und den privaten Kassen: im gesetzlichen System orientiert sich die Höhe des Beitrags am Einkommen des Versicherten, das heißt, dass ein Kassenmitglied mit einem hohen Einkommen auch einen hohen Beitrag bezahlen muss. Dafür ist es für Geringverdiener in der GKV deutlich günstiger, denn sie müssen zwar prozentual gesehen den gleichen monatlichen Beitrag entrichten, aber das ist insgesamt meistens deutlich weniger, als sie in der privaten Krankenversicherung zahlen müssten. Dort richten sich die Beiträge nämlich überhaupt nicht nach dem persönlichen Einkommen, sondern die Versicherungsgesellschaft nimmt einen jungen, gesunden Mann für eine geringere monatliche Zahlung auf als eine ältere Frau mit Vorerkrankungen.

Zudem gibt es bei den privaten Versicherungen keinen standardisierten Leistungskatalog, sondern der Versicherte kann selbst entscheiden, welche Leistungen die Versicherung bezahlen soll und welche nicht. Dabei kann das Mitglied der PKV das Leistungsspektrum bis zu einem sogenannten Basistarif absenken, dessen Leistungsspektrum ungefähr dem der gesetzlichen Krankenversicherung entspricht. Der gleiche Versicherte zahlt also für einen einfachen Tarif deutlich weniger als für einen Luxustarif. Für einen jungen Versicherten, der kerngesund ist, also weder unter Allergien leidet noch bisher irgendeine andere Vorerkrankung hatte, kann die PKV durchaus sehr günstig sein und er zahlt für einen Tarif mit einem umfangreichen Leistungsspektrum weniger als für die Standardversorgung in der gesetzlichen Kasse. Wenn der Versicherte dann auch noch relativ gut verdient, egal ob als Angestellter, Beamter oder Selbstständiger, lohnt sich der Eintritt in das private System noch mehr, denn während er in die GKV immer ca. 15 Prozent einzahlen muss, verlangen die privaten Anbieter immer nur das, was er aufgrund seines Alters und Gesundheitszustandes zahlen muss. Dadurch kann der prozentuale Anteil des Beitrags zur Krankenversicherung deutlich unter 15 Prozent liegen. Gerade Selbstständige, Beamte und sehr gut verdienende Angestellte können spürbar Geld sparen, wenn sie das gesetzliche System verlassen.

Die Nachteile liegen aber ebenso auf der Hand: im Alter müssen privat Versicherte, trotz Beitragsrückstellungen für ältere Mitglieder, einen höheren Beitrag bezahlen, obwohl ihr Einkommen, also ihre Rente, meistens geringer ist. Wer sich aber relativ sicher ist, diese finanzielle Belastung auch im Rentenalter stemmen zu können, für den ist der Wechsel wirklich eine Überlegung wert. Wenn beide Eltern in der PKV sind, müssen übrigens die Kinder jeweils einzeln privat versichert werden. Dafür kann der eigene Nachwuchs aber natürlich auch eine bessere Versorgung erhalten.

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