- Ungefähr 10,5 Prozent der Deutschen haben eine private Krankenvollversicherung.
- In den letzten Jahren ist der Anteil der privat Versicherten in Deutschland leicht angestiegen, von 7,9 Millionen Menschen im Jahr 2002 auf 8,6 Millionen im Jahr 2008.
Es werden grundsätzlich drei verschiedene Arten von privater Krankenversicherung unterschieden: bei der privaten Krankenvollversicherung sind alle Krankheitskosten, sowohl für ambulante als auch für stationäre Behandlungen, über die private Versicherungsgesellschaft versichert. Diese Form der Versicherung ist meistens gemeint, wenn man landläufig von der privaten Krankenversicherung spricht. Außerdem gibt es noch die Teilversicherung, bei der zum Beispiel Beamten mit Anspruch auch Beihilfe durch ihren Dienstherren, einen Teil ihrer Krankheitskosten privat versichern lassen.
Die privaten Zusatzversicherungen werden von den Kunden gewählt, die Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung sind und weitere Risiken privat absichern möchten. Dabei kann es sich nur um einzelne Versicherungen, wie zum Beispiel eine Auslandskrankenversicherung oder eine Krankentagegeldversicherung handeln, oder um ein ganzes Paket von zusätzlichen Versicherungen. Allerdings ist ein Eintritt in die private Krankenversicherung nur unter bestimmten Bedingungen möglich. Arbeitnehmer sind nur dann von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreit, wenn ihr Gehalt in drei aufeinanderfolgenden Jahren über der allgemeinen Jahresarbeitentgeltgrenze liegt. Im Jahr 2009 liegt diese Grenze bei einem Bruttoeinkommen von 48.600 Euro, aber diese Grenze wird jedes Jahr angepasst und dabei leicht erhöht. Für Versicherte, die schon vor dem 1. Januar 2003 Mitglied einer PKV waren, gibt es die niedrigere „Besondere Jahresarbeitentgeltgrenze“. Ansonsten gilt auch für Beamte, Selbstständige und Freiberufler keine Pflicht, einer gesetzlichen Krankenkasse anzugehören. Für diese Berufe gibt es keine Entgeltgrenze. Studenten sind normalerweise in der GKV pflichtversichert, aber sie können sich zu Beginn des Studiums davon befreien lassen. Auch wenn die Familienversicherung aus Altersgründen ausläuft, können Studenten sich für die private Krankenversicherung entscheiden.
Die Höhe der Beiträge zur privaten Krankenversicherung ist nicht abhängig vom Einkommen. Der zu zahlende Beitrag richtet sich nach bestimmten persönlichen Merkmalen und nach dem Leistungsspektrum, das der Kunde wünscht. Tarife für Frauen sind grundsätzlich teurer, da diese eine höhere Lebenserwartung haben und statistisch gesehen häufiger zum Arzt gehen. Die Kosten für Schwangerschaft und Geburt müssen aber auf beide Geschlechter gleichmäßig verteilt werden, denn das schreibt seit 2008 das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz vor. Auch das Eintrittsalter spielt bei der Festlegung des monatlichen Beitrags eine Rolle. Tendenziell müssen ältere Versicherte mehr zahlen. Für Angehörige des öffentlichen Dienstes gibt es oft Vergünstigungen, andere Berufsgruppen müssen wiederum Aufschläge zahlen. Nicht zuletzt sind aber auch der Gesundheitszustand und eventuelle Vorerkrankungen entscheidend.
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